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KI

Neuronales Netz

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Kurz erklärt

Ein neuronales Netz ist ein mathematisches Modell, das vom menschlichen Gehirn inspiriert ist und die Grundlage für Deep Learning und moderne KI-Systeme bildet.

Ein neuronales Netz (auch künstliches neuronales Netz oder Neural Network) ist ein mathematisches Modell, das die Funktionsweise biologischer Nervensysteme nachahmt. Es besteht aus miteinander verbundenen Knotenpunkten – den künstlichen Neuronen –, die in Schichten angeordnet sind. Jedes Neuron empfängt Eingaben, verarbeitet sie durch eine mathematische Funktion und gibt das Ergebnis an die nächste Schicht weiter. Durch dieses Zusammenspiel vieler einfacher Einheiten können neuronale Netze extrem komplexe Muster erkennen.

Ein neuronales Netz besteht typischerweise aus drei Arten von Schichten: Die Eingabeschicht nimmt die Rohdaten auf – beispielsweise die Pixel eines Bildes oder die Wörter eines Textes. Die verborgenen Schichten (Hidden Layers) verarbeiten die Daten und extrahieren zunehmend abstrakte Merkmale. Die Ausgabeschicht liefert das Ergebnis – etwa eine Klassifikation, eine Vorhersage oder einen generierten Text.

Das Training eines neuronalen Netzes funktioniert über Beispieldaten: Das Netz erhält Eingaben zusammen mit den erwünschten Ausgaben und passt seine internen Verbindungsgewichte schrittweise an, bis es die richtige Zuordnung gelernt hat. Dieser Prozess, Backpropagation genannt, ist das Herzstück des maschinellen Lernens. Je mehr qualitativ hochwertige Trainingsdaten zur Verfügung stehen, desto besser wird das Netz.

Bedeutung für Unternehmen

Neuronale Netze bilden die technische Basis nahezu aller modernen KI-Anwendungen, die Unternehmen nutzen. Sie müssen kein neuronales Netz selbst entwickeln – das haben die KI-Anbieter bereits getan. Aber das grundlegende Verständnis, wie diese Systeme lernen und funktionieren, hilft Ihnen, die Möglichkeiten und Grenzen von KI-Tools realistisch einzuschätzen. Wer versteht, dass KI auf Mustererkennung basiert, kann besser beurteilen, wo KI zuverlässig funktioniert und wo Vorsicht geboten ist.

Praxisbeispiel

Ein Finanzdienstleister setzt ein neuronales Netz zur Betrugserkennung ein. Das Netz wurde mit Millionen von Transaktionsdaten trainiert – sowohl regulären als auch betrügerischen. Es erkennt nun in Echtzeit verdächtige Muster: ungewöhnliche Transaktionshöhen, atypische Uhrzeiten, verdächtige Empfängerkombinationen. Die Betrugserkennungsrate steigt von 65 auf 94 Prozent, während Fehlalarme um 30 Prozent sinken.

Das lernen Sie im Seminar

Im KI Seminar erfahren Sie, wie neuronale Netze grundlegend funktionieren und warum dieses Verständnis für den kompetenten Umgang mit KI-Tools wichtig ist. Sie lernen die verschiedenen Architekturen kennen und verstehen, welche Stärken und Schwächen sie mit sich bringen.